Zwischen Haien, Schildkröten und Stachelrochen

…oder Urlaub in Panama City Beach.

Meine Erfahrungen:

Als ich vor einiger Zeit meine Austauschfamilie in Chattanooga besuchte fuhr ich auch gemeinsam mit ihnen in den Urlaub, ich war ganz aus dem Häuschen als ich hörte, dass es nach Florida gehen würde.

Und was soll ich sagen, es war toll wir wohnten in einem Haus direkt am Strand etwas außerhalb und konnten jeden Tag zum Abendessen, während die Sonne unterging vom Balkon aus Delfine bewundern. Ich war von der ersten Sekunde ab an verzaubert von diesem Ort.

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Für Vielreisende Taucher mögen die nun geschildeten Ereignisse wahrscheinlich alltägliche Begegnungen sein, für mich aber zu diesem Zeitpunkt nicht. Ich war noch keine 16 Jahre alt und war bisher nur in völlig unbedenklichen Regionen im Wasser, wie zum Beispiel im Mittelmeer oder der Nordsee.

Auch hier stürzte ich mich sofort ins Wasser und freute mich über alle Maßen, als ich direkt am ersten Tag einen Meeresschildkröte und unzählige Fische gesehen hatte. Ich war Feuer und Flamme, bis zu dem Zeitpunkt als eine ältere Dame mir riet besser nicht die Füße vom Boden zu nehmen und mich nur schlufend fortzubewegen.

Ein seltsamer Rat wie ich fand aber was solls, das konnte mich ja nicht aufhalten. Ich legte mich einfach gemütlich auf meine Luftmatze und ließ mich einige Meter vom Ufer entfernt treiben. Als ich einige Zeit später wieder zur Küste schwimmen wollte sah ich eine seltsam große Gestalt unter meiner Matraze her schwimmen. Mir blieb das Herz stehen, es war ein gut einen Meter großer „Baby“-Hai (aber es war ein Hai!).

Niemand hatte mir gesagt, dass es hier Haie gab was auch besser so gewesen ist, da ich sonst ganz sicher nicht auch nur einen kleinen Zeh ins Wasser gesetzt hätte.

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Kaum zu glauben aber ich habe es doch tatsächlich unbeschadet überlebt. Am Abend fragte ich nach, warum man denn nicht die Füße vom Boden nehmen durfte, mit den Haien konnte das ja unmöglich in Verbindung stehen und an diesem Punkt erfuhr ich von den Stachelrochen(ja genau so ein Ding was Steve Irwin getötet hatte).

Ich miet das Wasser nun etwas, zu mindestens bis zu dem Punkt, als wir Stand-up-Paddling ausprobieren wollten, allerdings dachte ich nicht darüber nach, dass man auch dies erst üben musste, bevor man wirklich sicher stehen konnte und so kam es, dass ich bei meiner zweiten Haibegegnung zum Glück gerade nicht stand sondern kniete, da ich sonst sicherlich vor Schreck ins Wasser gefallen wäre.

Aber ich habe bei solchen Dingen auch immer wahnsinniges Glück, denn keiner der anderen fünf Mitreisenden hat in der Zeit auch nur einen Hai gesehen.

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5 „Überlebenstipps“ für Reisen nach Panama City Beach:

  1. Ganz wichtig: der Sting-ray-walk, ein bisschen so wie der Moonwalk nur vorwärts, damit die Stachelrochen weg schwimmen können und man nicht auf sie drauf tritt.
  2. Auch die häufig auftreten schwarzen Kreise auf dem Boden sind keine Steine, nein das sind alles Stachelrochen.
  3. Auf die Fische achten, denn es gibt so etwas größere grau-gelbe Fische, die gernen an der Haut rumknabbern was teilweise echt unangenehm ist. Eigentlich habe ich da ja nichts gegen, aber die waren echt die dreistesten Fische denen ich je begegnet bin.
  4. Nur Stand-up-Paddelboarding machen wenn man das auch einigermaßen kann, da es sich nicht unbedingt um den anfängerfreundlichsten Ort handelt, den ich kenne.
  5. Am besten nicht mit mir ins Wasser gehen, wenn man nicht auf Haibegegnungen steht.
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Auch wenn man das hier nicht so super sieht, die kleinen schwarzen Punkte in Ufernähe sind die Stachelrochen.

Mein Fazit:

Auch wenn sich das jetzt an einigen Stellen nicht so angehört hat, würde ich immer wieder dort hinfahren. Am besten etwas außerhalb der Hauptsaison und auch nicht direkt in Panama City Beach, wenn man nicht so ganz auf das typische Touristenflair steht.

Und ganz wichtig falls ihr doch mal das Vergnügen habt einem Hai zu begegnen, versucht zu mindestens äußerlich ruhig zu bleiben, klar bekommt man Panik aber hektisches paddeln bringt einen in keine bessere Situation.

Ich möchte zum Schluss auch nochmal betonen, dass ich mit dem Artikel nicht Angst und Schreken vor Haien verbreiten möchte. Haie sind faszinierende Lebewesen, die ich allerdings lieber aus sicherer Entfernung beobachte. Und ich denke jeder kennt die Statistik, dass pro Jahr mehr Menschen durch Kokosnüsse als durch Haiangriffe sterben und trotz dieses „Risikos“ werde ich weiterhin unter Palmen liegen und ins Meer gehen.

Meine Frage an euch:

Seid ihr schonmal einem Hai (oder ähnlichem) begegnet? Und wenn ja wo und wie habt ihr reagiert?

12 Antworten auf „Zwischen Haien, Schildkröten und Stachelrochen

  1. Oh, endlich Jemanden gefunden, der die Hai-Phobie mit mir teilt! Nun muss ich mir nicht mehr so lächerlich vorkommen : ) Hier in Südafrika gibt es Tigerhaie und Weiße Haie, dafür ist die Region bekannt und ich träume seit 7 Jahren davon mal zu surfen. Leider hab ich mich bisher noch immer nicht getraut. Einen Hai hab ich auch noch nie gesehen, aber hier gibt es Einige!! Ich glaube aber dass im Karibischem Meer/ Pazifik um Panama auch einige wirklich ungefährliche Haie schwimmen. Auch wenn dir das nicht weiter hilft 😉

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    1. Ja gerade mit dem Surfen das verstehe ich, hab auch etwas gebraucht, bis ich mich das in Kalifornien getraut habe, aber an bewachten Stränden sollte das eigentlich unproblematisch sein. Und Surfen macht absolut „süchtig“ also nimmt man das dann auch irgendwann einfach in Kauf. Auch wenn Südafrika da nochmal ein anderes Pflaster ist solltest du das wirklich mal ausprobieren😊. Und ich habe danach auch gegoogelt und ja die meisten Haie dort sind ungefährlich.

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  2. Deine „Überlebenstipps“ hören sich ja sehr abenteuerlich an 😀 klingt wirklich unglaublich spannend, aber da wird mir auch ein bisschen mulmig zu Mute…
    Einem Hai bin ich bis jetzt noch nie begegnet (war auch noch nie irgendwo, wo es welche geben könnte) ich habe nur bei einem Bootsausflug Orcas beobachten können und schon das war der Wahnsinn!
    Liebe Grüße
    Pauline ❤

    http://www.mind-wanderer.com

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  3. Bei meinen rund 120 bisherigen Tauchgängen gab es bestimmt bei der Hälfte mehr oder weniger aufregende Begegnungen. Was ich gemacht habe? Augen weit auf und gestaunt 😮
    Begegnungen mit Haien unter Wasser sind für mich immer wieder wahre Hai-lights 😉
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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