Meine geplant ungeplante Interrail-Route (Teil 2)

Falls ihr noch nicht den 1.Teil gelesen habt, solltet ihr das an dieser Stelle eigentlich unbedingt tuen, aber hey ich will euch nichts vorschreiben, also wenn ihr gerne euch nicht an Regeln haltet, dann fangt ruhig mit dem 2. Teil an. Ach und wenn ihr gar keine Ahnung habt worum es überhaupt geht, lest euch am besten meinen ersten Interrail-Blogpost zu dem Thema durch, aber wie gesagt zwingen kann und will ich hier niemanden zu irgendwas.

„Aeroporto“ nach London…20160719_121308

Gut wir hatten also einen Flug gebucht, 10 Stunden vor Abflug aus Mailand, allerdings aus Versehen nicht ab Mailand, sondern ab Parma (eine Stadt die ich eigentlich nur von der Schinkenpackung auf dem Frühstückstisch kenne). Also standen wir um 4.00h auf um uns auf den Weg zu machen, nach gut 2 Stunden Zugfahrt erreichten wir also den Hauptbahnhof (und ich glaube auch einzigen Bahnhof) in Parma.

Angeblich sollte von hier ein Bus zu dem besagten Flughafen fahren, zu unserem Pech wussten wir aber nicht welcher und leider sprach auch niemand in diesem ganzen Bahnhof außer uns Englisch und ja wir haben in unserer Verzweiflung bestimmt jeden der 30 Leute dort angesprochen.

Die Zeit verging also und wir hatten noch 1,5 Stunden bis der Flug ging, immer noch genug Zeit aber wir hatten noch immer keinen Bus in Aussicht, den wir nehmen konnten, also änderten wir unsere Strategie wir fragten einfach in jedem Bus nach mit unserem gloreichen Italienisch: „Aeroporto?“. Nach gut einer Stunde am Bahnhof fanden wir endlich einen Busfahrer, der auf unsere Frage hin zustimmende italienische Phrasen von sich gab.

Sofort hielt ich ihm einen 50 Euro-Schein in gegen in der Hoffnung endlich und um jeden Preis zu diesem Flughafen zu kommen. Aber er schüttelte nur den Kopf und winkte uns durch.

Etwas in Sorge noch auf den letzten Metern als Schwarzfahrer enttarnt zu werden und mit der Aussicht uns nicht verteidigen zu können, kamen wir am Flughafen an. Von da ab an verlief alles reibungslos. Und es ging auf nach London von dem kleinsten Flughafen von dem ich je aus geflogen bin, da wir an diesem Tag das einzige Flugzeug waren, dass dort startete herrschte auf dem gesamten Flughafen ziemlich familiäre Stimmung könnte man fast sagen.

Also kamen wir in London an und stellten schnell fest, dass das mit unserem Plan der Hitze zu entkommen nichts geworden ist, denn auch in London waren es gute 35 Grad. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb hatten wir echt einen tollen Aufenhalt dort.

…auf nach Edinburgh

Als bekennender Harry Potter Fan, war auch ein absolutes Highlight meiner Reise, dass der Zug von London aus nach Edinburgh in Kings Cross abfuhr. Ich musste die ganze Zeit an mein 10-jähriges Ich denken, die unter Garanie ziemlich aus dem Häuschen gewesen wäre.

Meine Tipps für Reisende in Großbritannien sind:

  1. Keinen billigen englischen Gin trinken (der schmeckt nicht egal mit was man ihn mischt)
  2. Immer einen Regenschirm griffbereit haben
  3. Aber am wichtigsten: Nehmt den Zug es gibt keine bessere Möglichkeit die Landschaft ungestört zu bewundern!

Okay Tipp eins und zwei hab ich nicht beachtet, aber es hat ja auch fast nie geregnet.

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Blick aus dem Zug auf dem Weg nach Edinburgh.

Ich bin schon einmal in Edinburgh gewesen, aber ich finde die Stadt einfach toll und es lohnt sich finde ich immer wieder dort ein paar Tage zu verbringen.

Was ich auch absolut jedem empfehlen kann, der vor hat nach Edinburgh zu reisen, man sollte den Holyrood Park besuchen, nein das hat nichts mit Hollywood zu tun, sondern ist ein kleiner Berg auf den man ohne Probleme steigen kann und dann einen tollen Überblick über die ganze Stadt hat.

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Wohin eigentlich jetzt?

…das haben wir uns dann gefragt, denn wir hatten noch eine Woche übrig. Irgendwie hatte uns die Wanderlust gepackt und wir wollten irgendwo hin, wo nichts außer viel Natur ist.

Aber wohin genau? Um das rauszufinden, suchten wir einfach auf Google Maps einen See nördlich von Edinburgh und fanden durch Zufall ein Hostel direkt in der Nähe, also ging es zu dem weltbekannten Loch Morlich (okay nein eigentlich war das Loch Ness das jeder kennt, aber da haben wir kein bezahlbares Hostel gefunden).

Wenn man zu dem Hostel nach Loch Morlich möchte muss man den Zug nach Aviemore nehmen und dann nochmal 30 Minuten mit dem Bus fahren. Endlich angekommen war ich wirklich begeistert, das war wirklich der optimale Ort, wenn man der Zivilisation für einige Zeit entkommen möchte. Unglaublich still, fast kein Handyempfang und fast kein funktionierendes WLAN.

Die nächsten zwei Tage verbrachten wir also mit wandern.

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Abgesehen von dem Hostel, einem kleinen Campingplatz und einer ganz kleinen Bar, die auch ein paar Lebensmittel verkauft gab es hier nichts, was aber nach 6 Hauptstädten und einer Großstadt wirklich warnsinnig toll sein kann.

Schlafen in Bury St. Edmunds

Spätestens nach dem Wandern in Schottland waren wir so erschöpft, dass wir in dieser kleinen englischen Stadt nicht viel gesehen haben, sondern einfach nur geschlafen haben, etwas schade aber nach fast drei Wochen durchgängigem Reisen auch wie ich finde selbstverständlich ist.

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Allerdings waren es zu diesem Zeitpungt noch 3 Tage die uns blieben, also beschlossen wir am nächsten Tag die Fähre von Harwich aus nach Rotterdam zu nehmen und dort noch für den Rest der Zeit zu bleiben.

Letzter Stop: Rotterdam

Mit der Fähre, für die wir dank unseres Tickets nur einen reduzierten Preis zahlen mussten ging es dann nach Rotterdam und was soll ich sagen ich liebe Fähren und deshalb waren auch die 5 Stunden auf See im Handumdrehen vorbei.

So das war er also, unser letzter Stop und irgendwie ließ mich das richtig melancholisch werden, weil dies bedeutete, dass der „Urlaub“ fast vorbei war und irgendwie habe ich mich auf diesem Trip richtig in diese Art zu Reisen verliebt.

Naja Rotterdam haben wir dann auch noch genossen und haben uns dann auf den Heimweg gemacht.

Was war denn jetzt die gesamte Route?

Also für alle die sich nicht an meinen Ratschlag gehalten haben hier nochmal die grobe Übersicht, wir waren in:

  • Prag
  • Budapest
  • Wien
  • Rom
  • Mailand
  • London
  • Edinburgh
  • Loch Morlich
  • Bury St. Edmunds
  • Rotterdam

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