Meine geplant ungeplante Interrail-Route (Teil 1)

…oder warum man besser auf nichts und alles eingestellt seien sollte.

Meine beste Freundin und ich hatten uns schon Monate vorher in den Kopf gesetzt, dass wir einen Interrail-„Urlaub“ machen wollten. Die Route war auch schon fest wie Marzipan,(nämlich gar nicht), aber das wussten wir da noch nicht. Wir wollten Richtung Spanien und Portugal (kleiner Spoiler am Rande wir sind hinterher in Schottland gewesen).

In tausenden Internetforen und Blogs kann man immer lesen, dass es ganz wichtig ist schon vorher genau zu wissen wo man hin fährt, die Hostels zu buchen und alle Züge mindestens einen Monat vorher zu reservieren. Was wir aber alles nicht gemacht haben, auch nicht auf Empfehlung hin von Bekannten.Was wenn ich zurückblicke die beste Entscheidung überhaupt gewesen ist. So konnten wir problemlos auch noch 2 Wochen vorher, nochmal alles umschmeißen und wo anders hin fahren. Warum auch nicht? Hauptsache Richtung Süden lautet das neue Ziel.

Erstes Ziel Prag

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Blick auf die Karlsbrücke in Prag

Nach 10 Stunden Zugfahrt, die wir sitzend auf dem Gang verbracht hatten(was wirklich nicht so schlimm ist, wie es sich vielleicht für den ein oder anderen anhört ist) und einem kurzen Zwischenstopp in Berlin, erreichten wir endlich unser erstes Ziel. Okay wir waren zu mindestens am Bahnhof in Prag…

Von dort waren es ja nur noch 3 Kilometer bis zum Hostel. Also kauften wir uns einen Stadtplan(wie in den guten alten Zeiten ohne Internet) und liefen los. Was bei guten 34 Grad, schweren Rucksäcken und bergauf ein wahres Vergnügen ist, das könnt ihr mir glauben.

Genauer will ich an dieser Stelle nicht auf die einzelnen Städte eingehen, da das definitiv den Rahmen sprengen würde, dazu folgen noch einzelne Beiträge.

Ich kann nur noch sagen, Prag ist definitiv eine Reise wert und auch besonders gut für den kleinen Geldbeutel geeignet.

Noch läuft alles nach „Plan“ also auf nach Budapest

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Eine Oase in der heißen Wüste Budapest

Über die Slowakei ging es dann nach Ungarn und bis nach Budapest. Dort angekommen scheiterten wir kläglich, mit unserem abermals am Bahnhof gekauften Stadtplan. Wir hatten zwar die Adresse des Hostels rausgesucht, uns war aber nicht klar, dass es in Budapest zwei Hostels der selben Kette gab und wir natürlich vor dem falschen standen. Vielleicht fragst du dich jetzt, warum wir nicht einfach den Bus oder die Straßenbahn genommen haben, um gefühlt auf die andere Seite der Stadt zu kommen?  Nun ja… wir waren anfangs noch sehr darauf bedacht zu sparen…

Auch Budapest sollte man mal gesehen haben, aber am besten nicht im Hochsommer wenn man bei Städtetouren gerne Temperaturen unter 39 Grad hat.

Liebe auf den ersten Blick in Wien

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Schloss Schönbrunn in Wien

Ach ja es gibt einfach Städte in die man sich verliebt und man weiß nicht warum, in Wien ist das anders, ich habe mich in Wien in einem kleinen Cafe verliebt bei einem schönen Stück Sacher-Torte un einem großen Latte Macchiato.

Vielleicht lag es aber auch an der rosaroten Brille, dass wir uns Hals über Kopf entschieden nicht wie geplant in die österreichischen Alpen, sondern nach Rom zu fahren, weil das Wetter schlechter werden sollte. Also fährt man da hin wo die Sonne eben scheint wenn man schon die Möglichkeit dazu hat.

Buongiorno Roma!

Mit dem Nachtzug ging es dann über Venedig nach Rom, so dass wir gegen Mittag mit reichlich Verspätung endlich ankamen. Mit der U-Bahn führen wir dann zu unserem reichlich außerhalb gelegenen Hostel.

Nichts ahnend wurden wir direkt beim verlassen der Station von zwei ausgebrannten Mülltonnen begrüßt. Und auch der restliche Eindruck der Umgebung war ehr wenig einladend, um es mal noch nett auszudrücken. Trotzdem sind mir meiner Meinung nach, selten nettere und hilfsbereitere Leute begegnet als in der Vorstadt von Rom.

Rom stand schon ewig auf meiner Liste und ich bin froh zu mindestens einen kleinen Einblick erhalten zu haben. Wahrscheinlich kann man sein ganzes Leben dort wohnen und es gibt immer noch Dinge die man noch nicht gesehen hat.

Milano, Milano jetzt wird es bunt

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Wir hatten vor an die Cote d’Azur zu fahren, nach Nizza genauer gesagt  und haben uns für Mailand als Zwischenstopp entschieden. Zu dem Zeitpunk waren wir etwas über eine Woche unterwegs doch ich hatte bereits in Budapest jegliches Zeitgefühl verloren, was meiner Meinung nach immer ein gutes Zeichen auf Reisen ist.

Durch Airbnb wohnten wir bei einer relativ jungen und sehr aufgeschlossenen Italienerin in einem wirklich süßen Apartment, die uns mit viel Essen versorgt hat.

Am letzten Abend suchten wir wie üblich für die nächste Stadt ein Hostel raus, da aber zwei Tage zuvor das Attentat von Nizza gewesen ist, entschlossen wir uns dafür doch nicht dort hin zu fahren. Aber wohin dann? Irgendwo hin wo es nicht so heiß ist.

Spontan fand ich im Internet einen relativ günstigen Flug nach London. Also buchten wir keine 10 Stunden vor Abflug. Besser spät als nie würde ich sagen. Nicht ganz so optimal war nur, dass ich nicht beachtet hatte, dass ich Mailand(Alle Flughäfen) eingegeben hatte und so ging der Flieger von dem rund eine Stunde entfernten Parma aus.

-Hier geht es zu Teil 2-

8 Antworten auf „Meine geplant ungeplante Interrail-Route (Teil 1)

  1. Ich finde deine Beiträge zum Interrail total interessant, da ich auch schon öfters mit dem Gedanken gespielt habe so eine Reise zu unternehmen.
    Ich bin übrigens auch schon mehrmals am Karten lesen verzweifelt und kann dir die App „maps.me“ nur ans Herz legen. Man muss nur die Städte / Länder vor dem Trip zu Hause downloaden und kann sich dann offline den Weg zum Hostel oder Restaurant anzeigen lassen. Das positive ist auch, dass man viele Sehenswürdigkeiten, Hotels, … unter der Suche findet und nichtmal die ganze Adresse eingeben muss. Seitdem habe ich keine Probleme mehr den Weg zu finden 😉

    LG Calliope

    Gefällt 1 Person

  2. Wow sehr spannend! Endlich habe ich einen Blog, oder besser gesagt jemanden gefunden, der spontan reist! Ich fand bisher immer nur Berichte über Interrailreisen die komplett vorgeplant waren und genau das ist absolut NICHTS für mich xD. Meine beste Freundin und ich wollen diesen Sommer mit Interrail durch Skandinavien reisen! Wir haben vor nur ein Hostel in Kopenhagen zu buchen (unser erstes Ziel) und dann Schritt für Schritt weiter planen ;D ob das funktioniert liegt noch in den Sternen… 😉
    Ganz liebe Grüße
    Clara

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Clara!
      Vielen Dank ich freue mich super, dass dir meine Berichte gefallen 🙂
      Ja lasst euch von den ganzen Leuten mit geplanten Reisen nicht einschüchtern. Ungeplant macht das alles viel mehr Spaß.
      Und ich meine was könnte schon das Schlimmste sein was passiert? Im Notfall habt ihr immer noch einen Zug in dem ihr schlafen könnt und alles andere regelt sich schon von selbst.
      Liebe Grüße zurück
      Nina

      Gefällt 1 Person

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